{"id":260,"date":"2025-07-03T09:22:48","date_gmt":"2025-07-03T09:22:48","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:7000\/?page_id=22"},"modified":"2025-12-02T15:36:04","modified_gmt":"2025-12-02T15:36:04","slug":"die-landler-in-grosspold","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/customer-rfg.com\/grosspold\/ortsinfos\/die-landler-in-grosspold\/","title":{"rendered":"Die Landler in Gro\u00dfpold"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den ober\u00f6sterreichischen Protestanten,die zwischen dem 25. M\u00e4rz 1753 und 18. August 1754 nach Siebenb\u00fcrgen deportiert wurden, in Gro\u00dfpold sesshaft geworden.<br>Manche von diesen hielten sich bis zur Ansiedlung in Gro\u00dfpold vor\u00fcbergehend in Hermannstadt oder anderen Orten auf. Unter diesen Neusiedlern waren 8 Familien,von denen 31 Kinder gewaltsam in der Heimat zur\u00fcckgehalten worden sind. Dem gegen\u00fcber aber waren 64 Familien mit193 Kindern mitgenommen worden.. Die gewaltsame Zur\u00fcckhaltung der Kinder zur katholischen Erziehung war also in Ober\u00f6sterreich eine Ausnahme und nicht die Regel. Die meisten dieser Familien stammen aus dem\u201c Landl\u201c, das ist die ober\u00f6sterreichische Gegend des Hausruckviertels und des Traunviertels, im Dreieck, Gmunden, V\u00f6cklabruck-Wels. Sie wurden daher \u201eLandler\u201c genannt, ein Name der nach und nach auf alle Protestanten \u00fcbertragen wurde, die man aus den \u00f6sterreichischen Erbl\u00e4ndern nach Siebenb\u00fcrgen deporrtiert hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den Ober\u00f6strreichern waren 8 Ehem\u00e4nner, die ihre Frauen zur\u00fcckgelassen hatten.<br>Erw\u00e4hnenswerte Einzelf\u00e4lle sind:<br>Feichtenberger Andreas vulgo Glatzm\u00fcller. M\u00fcller auf der Glatzm\u00fchle, Pfarre Kirchham mit seiner Frau Maria. gleichzeitig werden auch die verheirateren S\u00f6hne Johann und Sebastian deportiert und 3 ledige S\u00f6hne werden zur Miliz gesteckt. Andreas Feuchtenberger wird von den katholischen Beh\u00f6rden \u201everrufener Ketzer\u201c genannt. Auf seinem Hof und auf den H\u00f6fen seiner S\u00f6hne sind Hausgottesdienste abgehalten worden. Andreas spielte unter den Protestanten des \u201eLandl\u201c eine f\u00fchrende Rolle und wurde von den Katholiken als \u201eHaupt aller Lutherischen\u201c angesehen.<br>Der Bauer Feisthueber Mathias auf dem Niedlgut zu Schneiding , Pfarre Penewang, wurde mit seiner Frau deportiert. Das Ehepaar aber mu\u00dfte 7 Kinder zur\u00fccklassen.<br>In manchen F\u00e4llen wurden die Kindergeteilt, beispielsweise mitgegeben, teilweise zur\u00fcckgelassen. So wurde der Bauer F\u00fchrer Christoph , von dem F\u00fchrergut zu Bergham,Pfarre Kirchham, mit Frau und 4 Kindern deportiert 5 andere minderj\u00e4hrige Kinder aber musste er zur\u00fccklassen.<br>Im Falle des Thalinger Tobias, Bauer auf dem \u201eKleinasengut in Perg\u201c, Pfarre Wels, wird ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt dass die Ehefrau katholisch zur\u00fcckgeblieben ist.Der Mann aber wird mit 3 Kindern deportiert.<br>Im Falle des Bauern Mathias Wenig, von dem \u201eJungwirthgut\u201c, Pfarre V\u00f6cklabruck, bleibt die Frau zur\u00fcck, aber die Dienstmagd Maria Oberhofer wird mit ihrem Dienstgeber deportiert.<br>Endbericht des Transmigranteninspektors Dietrich vom 31.Januar 1759 aus der siebenb\u00fcrgischen Hofkanzlei Zahl 305\/758 und 235\/1759.<br>Buchinger Erich: Die Landler in Siebenb\u00fcrgen 1959\/157ff, Krasser David Geschichte des s\u00e4chsischen Dorfes Gro\u00dfpold, 1870, S.86 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen dem 8.Juni 1752 und dem 16.Juli 1756 wurden ihres Glaubens wegen aus K\u00e4rnten 15 Personen\/ 45 Familien und Einzelpersonen\/ deportiert, die nachher in Gro\u00dfpold angesiedelt wurden. Von 7 Familien sind 16 Kinder zur\u00fcckgehalten worden. 26 Familien andererseits konnten 79 Kinder mitnehmen. Nur 2 Ehepaaren hat man s\u00e4mtliche Kinder abgenommen. 2 Ehem\u00e4nner verlie\u00dfen Frau und Kinder.<br>Erw\u00e4hnenswerte Einzelf\u00e4lle sind:<br>Lanner Simon, Bauer in Himmelberg, wurde am 21. April 1753 deportiert. Seine Frau wurde ihm mit einem Kind am 2. Juli 1753 nachgeschickt, 4 Kinder wurden dann den Eltern am 31.Juli 1753 nachgeschickt. 3 weitere Kinder aber mu\u00dften in K\u00e4rnten zur\u00fcckgelassen werden.<br>Katolnigg Michael, Bauer \u201ean der Meisterhube, Pfarre Afritz\u201cwurde mit seiner Frau verschleppt. Alle 5 Kinder aber mussten sie in der alten Heimat zur\u00fccklassen. Ein besonderer H\u00e4rtefall.<br>Erw\u00e4hnenswert ist der Bauer Petrus Rieger \/1698-1758\/ aus der Pfarre Himmelberg, der mit seiner Frau Maria \/1763\/ und mit 9 Kindern am 19. August 1754 deportiert wurde. Die Nachkommen des Petrus Rieger leben als Weinbauern in Gro\u00dfpold, wo es in 20. Jahrhundert 8 Riegerh\u00f6fe gibt. Ein Nachkomme des Petrus Rieger in der 4. Generation, Andreas Rieger \/1839-1918\/ kam nach Hermannstadt und wurde Hufschmied. Auf dem Rosenanger gr\u00fcndete er eine Schmiede, der Ansatz zu industrieller Entwicklung. Sein Sohn Richard Andreas Rieger \/geb.1878\/ baute in jahrzehntelanger Arbeit das Unternehmen zum gr\u00f6ssten Industriebetrieb Hermannstadts aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Endbericht des Transmigrationsinspektors Dietrich vom 3. Januar 1759 aus der siebenb\u00fcrgischen Hofkanzlei Zahl 305\/1758 und 235\/1759.<br>Buchinger Erich: Die Landler in Sieb. 1959\/275-314 und Krasser David: Geschichte des s\u00e4chsischen Dorfes Grosspold, 1870\/86-90, Die Landler, Siedlungen, Besiedlung und Menschen, 1840,82.<br>Zwischen dem 14. Oktober 1752 bis 7.Juli 1753 wurden aus der Steiermark 12 Personen deportiert, die in Gro\u00dfpold angesiedelt wurden. Es waren dies 1 Ehepaar, 7 m\u00e4nnliche und 3 weibliche erwachsene Einzelpersonen.<br>Endbericht des Transm.Inspekt. Dietrich von 31.Januar 1759 aus der sieb. Hofkanzlei Zahl 305\/1758 u. 235\/1759. Buchinger Erich:Die Landler 1959\/263- 267 Krasser D.:Geschichte des s\u00e4chs.Dorfes Grosspold ,1870\/86 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kinder hatte man aus der Steiermark keine mitgehen lassen . Alle hatte man sie den Eltern entrissen.<br>Somit wurden insgesamt 510 K\u00f6pfe aus 143 Familien und selbst\u00e4ndige erwachsene Einzelpersonen in Grosspold angesiedelt und zwar 69% aus Ober\u00f6sterreich, 29% aus K\u00e4rnten und 2% aus der Steiermark. Anfangs haben nicht alle Neusiedler einen eigenen Hof erhalten. Einzel-Familienmitglieder der in Grosspold sesshaft gewordenen Familien sind schon w\u00e4hrend des Zwischenaufenthaltes in andern Orten gestorben.<br>Der Magistrat von Hermannstadt, als verantwortliche Beh\u00f6rde f\u00fcr die Transmigrantenansiedlung brachte in Erfahrung, dass die nach Grosspold angewiesenen Deportierten teilweise sich daselbst nicht sesshaft machen wollten, da sie die Hoffnung hegten in ihre Heimat zur\u00fcckkehren zu d\u00fcrfen. Am 31. M\u00e4rz 1753 beschloss darum der Magistrat die Senatoren Wagner und Fieltsch nach Gro\u00dfpold zu senden, um den Deportierten zuzureden, \u201esich in Vernunft zu fassen und sich doch anzusiedeln\u201c. Magistratssitzungsprotokoll 1753\/672<br>Am 5. Januar 1753 wurde der erste Todesfall eines deportierten Glaubensgenossen in Gro\u00dfpold in der Matrikel vermerkt. Am 31.M\u00e4rz 1753 ergab sich das erstemal die Taufe eines Landlerkindes. Krasser 1870\/67<br>1753-1760 wurden in Gro\u00dfpold 95 Deportierte beerdigt und zwar 55 Ober\u00f6sterreicher 29 K\u00e4rntner und 4 Steierm\u00e4rker. Krasser 1870\/86.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 25. Mai 1755 wurde das erstemal eine Trauung von Brautleuten aus den hierher deportierten evangelischen Glaubensgenossen in die Matrilel eingetragen.<br>1756 schrieb aus Grosspold Kaspar Sonnleitner aus der Pfarre Himmelberg in K\u00e4rnten an seine Familie in der Heimat. Er lobte sein Weib, weil sie Standhaftigkeit gezeigt hatte und bereit war mitsamt ihren Kindern auch ins Gef\u00e4ngnis ihres Glaubens wegen zu gehen. Sie sollte trachten mit einem Transport mit den Kindern nach Grosspold nachzukommen! Dieser Brief fiel den Beh\u00f6rden in die H\u00e4nde. Seine Mahnung zur Standhaftigkeit wurde als Aufhetzung gegen die Obrigkeit verstanden. Weiter schrieb er: \u201eam allermeisten aber ist mir um die Kinder, dass sie in der Finsternis aufwachsen und nie in keine rechte Schule kommen, indem allhier dergleichen Emigrantenkinder, wie meine seyn, nicht nur das Evangelium k\u00f6nnen perfekt hersagen, sondern auch den Kleinen Catechismi Lutheri gut auswendig k\u00f6nnen. \u201eKaspar von der Sonnenleithen\u201c ist als Geheimprotestant angezeigt worden, dass er evangelische B\u00fccher unter die Leute brachte. Darum wurde er am 21. April 1753 nach Siebenb\u00fcrgen deportiert. Teutsch Fr.:Sachsengesch. II\/193, Kbl.1894\/13<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1757 beklagen sich Zimmerleute aus Gro\u00dfpold, dass man sie nicht in die Zunft aufnehmen wolle. Hofkammerrat Baron Dietrich machte die Feststellung, dass die Zimmerleute aus Gro\u00dfpold: \u201ebei den hiesigen Meistern durch ihre Arbeit jene F\u00e4higkeit, die da von einem Meister werden wollenden Gesellen erfordert werden kann, genugsam an den Tag gelegt haben\u201c. Mit einer Zuschrift vom 27.Juli 1757 forderte nun Dietrich den Magistrat auf daf\u00fcr zu sorgen, dass 14 namentlich genannte \u201eHandwerker in die Z\u00fcnfte ohne Entgeld\u201c aufgenommen werden.\u201c<br>Mag. Sitz. Prot. 1757\/277.<br>Zwischen 1752-1757 wurden f\u00fcr die Emigranten in Gro\u00dfpold 93 H\u00e4user in der Neugasse und in der Hintergasse errichtet. Diese bestanden aus einem ger\u00e4umigen Gassenzimmer mit 2 Fenstern,aus einem Vorhaus als K\u00fcche und einer r\u00fcckw\u00e4rtigen Kammer. Entlang des Hauses auf der Hofseite ist ein von Holzs\u00e4ulen getragener Gang. Nordwestlich des Pfarrhofes wurde f\u00fcr die Landler ein eigenes Schulgeb\u00e4ude errichtet. Krasser 1870\/72 ,Nowotny 1931\/59.<br>F\u00fcr die 93 H\u00e4user sind 24,125 Gulden verausgabt worden.Schmidt Wilhelm: Die Stiftung des kath. Waisenhauses in Hermannstadt 1870\/1<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deportierten aber wurden angehalten die verausgabten Summen der Transmigrantenkassa zu ersetzen. Nur einigen wenigen wurde die R\u00fcckzahlung erlassen. Manche waren unzufrieden mit dem zu zahlenden Kaufpreis und klagten, dass man f\u00fcr \u201eeine dergleichen H\u00fctten 300 Gulden und dar\u00fcber zahlen muss, da doch eine solche kaum 100 fl.wert ist\u201c. Capesius 1959\/141<br>Es wurde 1759 festgestellt, dass folgende evangelische Deportierte in Gro\u00dfpold wohnhaft sind:<br>Aus Ober\u00f6sterreich 66 Familien mit 211 Personen<br>aus Steiermark 3 \u201e 4 Personen<br>aus K\u00e4rnten 34 Familien mit 102 Personen<br>zusammen 103 Familien mit 317 Personen<br>Von diesen wohnten 90 Familien mit 299 K\u00f6pfen in neugebauten H\u00e4usern. 18 Personen wohnten als Aufgenommene in diesen Familien. Ihre H\u00e4user waren solide Bauten aus Ziegeln und Stein. Buchinger 1900\/418 f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch unter den Deportierten in Gro\u00dfpold gab es manche Unzufriedenheit. Wenn auch die Mehrheit hier richtig Wurzeln gefasst hat, so haben einzelne immer noch die Hoffnung nicht verloren in ihre Heimat zur\u00fcckzukehren. Um dieses Ziel durchzusetzen, verweigerten manche die Steuerzahlungen. So ergaben sich auch Gewalttaten durch die Beh\u00f6rden. In einer Bittschrift wird, unter anderm berichtet: \u201eMan hat 1764 in Grosspolden einige in den Bock gespannt und so hart gebunden, dass ihnen die H\u00e4nde sehr aufgelaufen und angeschwollen\u201c. Capesius Berh.: Die Zwangsverpflanzung \u00f6st. Untertanen nach Sieb. 1959\/141<br>1766 hatten die \u201eEmigranten\u201c aus Grosspold zu klagen, dass die Bewohner von Tilischka, die ihnen zugewiesenen Wiesen abweiden. Mag.Sitz.Prot.1766\/775<br>Als im November 1772 in Hermannstadt am Grossen Ring 8 Deportierte \u00f6ffentlich mit Stockschl\u00e4gen abgestraft werden, ist auch der aus der Steiermark deportierte in Grosspold wohnhafte Georg Spreitzer darunter. Cap.FVL 1959\/141<br>Als Kaiser Josef II 1773 als Mitregent seiner Mutter, das erstemal nach Siebenb\u00fcrgen kam, beschreibt er auch Grosspold, wo er stehengeblieben war. Er stellte fest, dass manche von den Deportierten zufrieden sind, dass \u201eaber andere sich gar nicht zufrieden halten, wollen gar keine Grunde annehmen und begehren nichts als nach hauss\u201c. Im Gespr\u00e4ch mit dem Kaiser wagten es die Landler die Ursachen ihrer Unzufriedenheit anzugeben. Er schreibt nachher in seinem Tagebuch: \u201eWir f\u00fchren die Anh\u00f6hen hinauf nacher Grosspolden, allwo die \u00d6sterreichischen Emigranten in einem sehr sch\u00f6n gebauten Dorf, deren H\u00e4user alle von gutem Materiale ordnungsgem\u00e4ss, ja sogar mit Z\u00fcgeln gedeckt gebauet sind, mit Sachsen angesiedelt sind. Viele derselben sind zufrieden und wollen nur die Berechnung ihrer ausst\u00e4ndigen Schulden, andere wollen sich gar nicht zufrieden geben\u201c&#8230; \u201eIch werde nicht eingehen in die Ursach, die diese Menschen anf\u00fchren, da \u00fcber viel von der Natur und der menschlichen Freiheit und von der g\u00f6ttlichen Gnad hergeleiteten Ursachen sie so viel sagen, dass man ihnen nicht antworten kann\u201c. &#8230; Schuller G.A.:Brukenthal I\/293 f<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als sich die Landler in ihrer neuen Heimat verwurzelt f\u00fchlten, begannen sie immer mehr sich in die Gemeinschaft des Dorfes einzugliedern. Sie wurden verst\u00e4ndlicherweise auch in die Ortsf\u00fchrung eingef\u00fcgt. 1783 wurde als erster Landler Jakob Lassner aus K\u00e4rnten durch den k\u00f6niglichen K\u00f6nigsrichter des Reussmarkter Stuhles, Georg Klein, in die Altschaft von Grosspold aufgenommen 2 Jahre sp\u00e4ter wurde er schon Ortsrichter . ..Krasser 1870\/68.<br>Die sittliche Haltung der Landler ist \u00fcberaus zufriedenstellend. 1805 wird im Gedenkbuch der Kirchengemeinde festgehalten, was in einer Kirchturmknopfschrift \u00fcber sie gesagt wird: \u201eDeutsche oder Landler besassen 73 H\u00e4user, wo auch in vielen H\u00e4usern 2 Wirthen wohnten, unter diesen fanden sich wenig schlechte Wirthen, sondern waren rechtschaffene Leute in allen F\u00e4llen\u201c&#8230;.Gedenkbuch S.11 ff.<br>Seit der Ansiedlung der Landler gab es eine f\u00fcr sie errichtete Schule. Dem visitierenden Bischof Georg Daniel Neugeboren erkl\u00e4rten 1810 die Landler, dass sie nicht mit den Sachsen gemeinsam eine Schule haben wollen. In der Schule w\u00fcrde s\u00e4chsisch gelesen, so dass die Eltern die Aufgaben der Kinder nicht \u00fcberwachen k\u00f6nnen. Die s\u00e4chsische Mundart aber sei keine \u201eGrundsprache\u201c. Dazu seien die Sachsen durch \u00fcble Sitten, L\u00e4stern und Fluchen ber\u00fcchtigt. Die s\u00e4chsischen Burschen huldigen Tanz und Trank im \u00dcbermass. Vergeblich versuchte Neugeboren die Gr\u00fcnde der Landler zu entkr\u00e4ften&#8230; Volksfreundkalender 1915\/96<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1867 kann Pfarrer David Krasser berichten, dass die Landler von Grosspold schon vollst\u00e4ndig in der Gemeinde eingewurzelt sind. \u201eSachsen und Deutsche beginnen seit dem letzten Jahrzehnt durch Heiraten miteinander zu verschmelzen\u201c Auff\u00e4llig ist , dass David Krasser nicht von \u201eLandlern\u201c spricht. Auch in Grosspold scheint sich diese Bezeichnung noch nicht vollst\u00e4ndig durchgesetzt zu haben, wiewohl gerade hier wirklich in der Mehrheit Deportierte aus dem \u201eLandl\u201c, dem Hausruck und Traunviertel angesiedelt worden sind&#8230;&#8230; Kirchknopfinschrift &#8211; Gedenkbuch.<br>1875 aber kann nun Bischof GD Teutsch bei einer Visitation die Feststellung machen , dass die beiden St\u00e4mme \u201etrefflich\u201c zusammengewachsen seien und jetzt auch gemeinsam die Schule besuchen. &#8230; Teutsch :Generalkirchenvis .S.186.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Helmut Klima,Historiker, Heimatforscher und Pfarrer , Hermannstadt 13. 2. 1915,+Neppendorf 7. 10. 1990.<br>Brukenthalgymn. in Hermannstadt. 1932 bis 1936 Geschichtsstudium in Klausenburg. 1936 bis 1938 Theologie-und Geschichtsstudien in Wien und Leipzig sowie Arbeit in \u00f6sterr. Staatsarchiven. 1939 Promotion mit der Dissertationsschrift \u201e Die Gubernatoren Sb.s 1774-1867\u201c (ver\u00f6ffentlicht 1943 in rum.Sprache.).1940 bis 1980 Pfarrer in Neppendorf. 1945 Depportation zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. 1969 bis 1978 Dechant des Hermannst\u00e4tter Kirchenbezirks. 1970 bis 1978 geistliches Mitglied des Landeskonsistoriums.-K..s in zahlreichen rum\u00e4niendt. Zeitungen und Zeitschriften ver\u00f6ffentliche Aufs\u00e4tze weisen ihn als einen der proffiliertesten Kenner der sb. Geschichte des 18. und 19. Jh.s aus. Sein Wirken in der Landler Gemeinde Neppendorf und nicht zuletzt seine landlerische Herkunft m\u00fctterlicherseits veranla\u00dften ihn auch, sich zeitlebens mit der Geschichte dieser protestantischen Splittergruppe zu besch\u00e4ftigen.Von unsch\u00e4tzbarem Wert f\u00fcr die sb. Heimatforschung ist das von K. nach Personen, Sachen und Ortschaften angelegte Archiv mit einem Bestand von \u00fcber 80000 Zetteln; u.a.. ist hier einschl\u00e4giges Datenmaterial zu \u00fcber300 Gemeinden des dt. Siedlungsgebietes in Sb. enthalten, das von K. seit den sechziger Jahren zu ortsgeschichtlichen Datensammlungen verarbeiter wurde.<br>(es wird als Typoskript in der Bauabteilung des Landeskonsistoriums der evang. Kirche in Hermannstadt aufbewahrt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werke (Auswahl): Die Slawen von Reu\u00dfd\u00f6rfchen, in: Viertelsjahrsschrift 1936; Neppendorf, Geschichte eines dt. Dorfes in Sb. , in Dt Forschungen im S\u00fcdosten, 1943;<br>250 Jahre Landler in Neppendorf, in: Kirchliche Bl\u00e4tter Nr.9-12\/1984<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den ober\u00f6sterreichischen Protestanten,die zwischen dem 25. M\u00e4rz 1753 und 18. 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