{"id":79,"date":"2025-07-31T12:37:07","date_gmt":"2025-07-31T12:37:07","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:7000\/?page_id=79"},"modified":"2025-12-04T15:29:11","modified_gmt":"2025-12-04T15:29:11","slug":"lage","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/customer-rfg.com\/grosspold\/ortsinfos\/lage\/","title":{"rendered":"Lage"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"712\" src=\"https:\/\/customer-rfg.com\/grosspold\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/karte-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-606\" style=\"aspect-ratio:0.8427072523924825;width:383px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/customer-rfg.com\/grosspold\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/karte-2.jpg 600w, https:\/\/customer-rfg.com\/grosspold\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/karte-2-253x300.jpg 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von Christa Wandschneider und Martin Bottesch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf halbem Weg an der Landstra\u00dfe zwischen Hermannstadt und M\u00fchlbach gelegen, hat Gro\u00dfpold (rum\u00e4nisch Apoldu de Sus, ungarisch Nagyapold) bis ins 19. Jahrhundert politisch zum Reu\u00dfmarkter Stuhl und kirchlich zum Unterw\u00e4lder Kapitel geh\u00f6rt. Die heute f\u00fcr Gro\u00dfpold oft gebrauchte Bezeichnung &#8220;Landlergemeinde&#8221; r\u00fchrt, wie auch im Falle von Neppendorf und Gro\u00dfau, davon her, da\u00df im 18. Jahrhundert in dieser Ortschaft \u00f6sterreichische Protestanten (&#8220;Landler&#8221;) angesiedelt wurden, deren Mundart und Tracht sich neben jenen der Siebenb\u00fcrger Sachsen bis in die Gegenwart erhalten haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstmals wird Gro\u00dfpold in einer Urkunde des Jahres 1288 erw\u00e4hnt, in der &#8220;Paulus Plebanus de Apoldya&#8221; genannt wird. 1291 kommt neben &#8220;Opold Superiori&#8221; zum ersten Mal die deutsche Bezeichnung &#8220;Oberpold&#8221; vor und zugleich der Name des damaligen Gro\u00dfpolder Gr\u00e4fen: Henning, der Sohn Werners. Aus Urkunden des 14. Jahrhunderts gehen nicht nur die Namen weiterer Gro\u00dfpolder Gr\u00e4fen und Plebane hervor, sondern &#8211; da sich die Schriften zuweilen auf Grenzstreitigkeiten mit Nachbard\u00f6rfern beziehen &#8211; auch die Ausdehnung des Hatterts. Dieser reichte s\u00fcd\u00f6stlich bis zum Dorf Tilisca, w\u00e4hrend das Dorf Rod g\u00e4nzlich auf Gro\u00dfpolder Hattert lag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Bev\u00f6lkerungsz\u00e4hlung von 1488 wurden in &#8220;Apoldt Superior&#8221; 71 Wirte, 3 &#8220;w\u00fcste&#8221; H\u00e4user, vier Arme, ein Schulmeister (erste Erw\u00e4hnung der Gro\u00dfpolder Schule!) und &#8220;allenthalben Hirten&#8221; verzeichnet. Gro\u00dfpold war zu dieser Zeit die gr\u00f6\u00dfte Ortschaft des Reu\u00dfmarkter Stuhles. Es folgten Urwegen (64 Wirte), Dobring (61), Logdes (45) und dann erst der Stuhlvorort Reu\u00dfmarkt mit 40 Wirten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Unterschied vom Stuhlvorort Reu\u00dfmarkt hatte Gro\u00dfpold kein Marktrecht. Trotzdem begann man, um die Mitte des 16. Jahrhunderts sonntags &#8220;nach der Predigt&#8221; in Gro\u00dfpold einen Wochenmarkt abzuhalten. Die Reu\u00dfmarkter, die bestrebt waren, die Bedeutung ihres eigenen Marktes zu wahren, forderten 1615 das Verbot des Gro\u00dfpolder Wochenmarktes (zun\u00e4chst vor der Stuhlversammlung, dann bei der Nationsuniversit\u00e4t).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwere Zeiten blieben Gro\u00dfpold nicht erspart. Dr\u00fcckende Steuern und Mi\u00dfernten f\u00fchrten 1672 zum Gemeindebankrott. Wiederholte Male mu\u00dfte gegen Ende des 17. Jahrhunderts die verschuldete und zahlenm\u00e4\u00dfig geschrumpfte Gemeinde um Steuernachla\u00df bitten. 1693 standen 12 H\u00f6fe &#8220;w\u00fcst&#8221;, 18 von insgesamt nur noch 40 Wirten hatten keine Ochsen mehr. Schon einige Jahre zuvor hatten die Pfarrer von Gro\u00dfpold, Dobring und Urwegen in einer Schrift an die Nationsuniversit\u00e4t auf die Gefahr der g\u00e4nzlichen Aufl\u00f6sung ihrer Gemeinden, die &#8220;zur Flucht sich neigen&#8221;, hingewiesen. In den vorigen Jahrhunderten hatten die benachbarten Gemeinden Tschappertsch, Kleinpold und Logdes s\u00e4mtliche s\u00e4chsischen Einwohner verloren. Erst nach den Kurutzenunruhen Anfang des 18. Jahrhunderts begann sich Gro\u00dfpold langsam zu erholen; 1738 starben allerdings 56 Personen an der Pest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als den &#8220;hellsten Lichtpunkt des neuerbl\u00fchenden Gemeinde-Lebens&#8221; bezeichnet David Krasser (1870) die Ansiedlung von aus \u00d6sterreich deportierten Lutheranern in Gro\u00dfpold, f\u00fcr die sich sp\u00e4ter der Name &#8220;Landler&#8221; einb\u00fcrgerte. Weil das Herrscherhaus bestrebt war, in \u00d6sterreich nur katholische Untertanen zu haben, hatte es die Christen, die sich von der evangelischen Lehre nicht lossagen wollten, ins entfernte Siebenb\u00fcrgen abgeschoben. Gro\u00dfpold erhielt &#8211; offenbar mit dem Einverst\u00e4ndnis der dort ans\u00e4ssigen Sachsen &#8211; in den Jahren 1756-1758 etwa 300 neue Siedler. Anfangs zahlenm\u00e4\u00dfig gleichstark mit den Sachsen, behaupteten sich die &#8220;Landler&#8221; bald in jeder Hinsicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 19. Jahrhundert erstarkte Gro\u00dfpold bev\u00f6lkerungsm\u00e4\u00dfig und wirtschaftlich. Die alte s\u00e4chsische Kirchenburg wurde abgetragen und eine neue, gr\u00f6\u00dfere Kirche wurde errichtet. Kirchturm, Pfarrhaus, Schule und schlie\u00dflich 1902 das evangelische Gemeindehaus wurden neu gebaut. Durch die gemeinsame Leistung wuchs die Gemeinde zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl Gro\u00dfpold schon 1656 das Recht erhalten hatte, Handwerker aufzunehmen, scheint durch die Ansiedlung der Landler auch das Handwerk neu belebt worden zu sein. Einer Gro\u00dfpolder Landlerfamilie entstammt auch Andreas Rieger, der 1865 in Hermannstadt eine Schmiedewerkstatt einrichtete und sp\u00e4ter die &#8220;Erste Siebenb\u00fcrgische Landmaschinenfabrik&#8221; (die bekannte &#8220;Rieger-Fabrik&#8221;) begr\u00fcndete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1940 hatte Gro\u00dfpold 1936 deutsche Einwohner und 1050 nichtdeutsche, davon ein Drittel Rum\u00e4nen und zwei Drittel Zigeuner. Ende 1989 gab es in Gro\u00dfpold noch rund 1200 Deutsche, Ende 1995 sind es 141. Um den Boden zu bearbeiten, den sie 1991 infolge des Bodengesetzes und der Aufl\u00f6sung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) teilweise zur\u00fcckerhalten hatten, gr\u00fcndeten die deutschen Bauern einen landwirtschaftlichen Verein. In Dechant Friedrich Feder hat Gro\u00dfpold noch einen eigenen evangelischen Pfarrer. In der Schule gibt es eine deutsche Abteilung von der ersten bis zur achten Klasse, die von deutschen und rum\u00e4nischen Kindern auch aus umliegenden Ortschaften besucht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christa Wandschneider und Martin Bottesch Auf halbem Weg an der Landstra\u00dfe zwischen Hermannstadt und M\u00fchlbach gelegen, hat Gro\u00dfpold (rum\u00e4nisch Apoldu de Sus, ungarisch Nagyapold) bis ins 19. Jahrhundert politisch zum Reu\u00dfmarkter Stuhl und kirchlich zum Unterw\u00e4lder Kapitel geh\u00f6rt. 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